• Die Zukunft beginnt immer jetzt

Die Zukunft beginnt immer jetzt

15.05.2020

«Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat so viel Pinke-Pinke, wer hat so viel Geld?»

Soweit der Refrain eines noch immer gern gesungenen Schunkel-Lieds, getextet von Kurt Feltz, komponiert von Jupp Schmitz, erstmals aufgenommen anno 1949. Hintergrund der Komposition war die schwierige Situation infolge der 1948 durch die Währungsreform ausgelösten Preissteigerungen.

Beim Bewältigen der Corona- Krise stellt sich die vor 70 Jahren besungene Frage erneut. Nein, nicht jene nach der Bestellung. Denn abgesehen von den Verschwörungstheoretikern mit ihren kruden Ideen geht wohl niemand davon aus, dass das Coronavirus bestellt wurde. Ich meine die Frage nach der Bezahlung, nämlich der – je nach Entwicklung der Wirtschaft und der Zahl der Arbeitslosen (im April war diese 43 Prozent höher als im April des Vorjahres) – bis zu 100 oder noch mehr Milliarden Franken, die uns die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen kostet.

Der Staat (zur Erinnerung: das sind wir alle) hat dank haushälterischen Umgangs mit den Finanzen umfangreiche Notunterstützungen leisten können. Die aktuell immense Ausgabenpolitik kann nicht à gogo fortgesetzt werden. Der Staatshaushalt ist wieder zu konsolidieren. Das bedeutet auch den Verzicht auf teure Wunschprogramme aus Zeiten der Hochkonjunktur. Und was können wir als Einzelne tun? Vieles! Zum Beispiel unsere Ferien in der Schweiz verbringen. Oder Arbeiten an unseren Liegenschaften in Auftrag geben – bei einheimischen Handwerkern. Oder in der Region einkaufen – auch dann, wenn die Grenzen wieder offen sind.

Unternehmen müssen krisenfester werden, indem sie ihr Eigenkapital stärken. Dazu braucht es die Abschaffung der fiskalischen Bevorteilung des Wirtschaftens mit Schulden. Gleiches gilt für die mehr als 1000 Milliarden Franken schweren, krisensensitiven Hypotheken in der Schweiz. Amortisationen müssen attraktiv sein, nicht steuerlich abziehbare Schulden. Die handfeste Chance zur überfälligen Änderung bietet hier die parlamentarische Initiative der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats zur Abschaffung des Eigenmietwerts beim selbstgenutzten Wohneigentum. Geschätzte eidgenössische Räte: Tut es. Jetzt!

Markus Meier, Direktor HEV Schweiz

1. Mai-«Bescherung»

Seit März gilt in der Schweiz Corona-bedingt ein Versammlungsverbot. Hunderte, wenn nicht gar tausende Vereine und Verbände – auch alle HEV-Sektionen – mussten seither auf ihre Generalversammlungen verzichten, diese schriftlich durchführen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Fasnachtslarven, Kostüme, Trommeln, Piccolos und Guggen- Instrumente mussten vielerorts im Schrank bleiben. Der Böögg hat es nicht auf den Sechseläutenplatz geschafft. Behörden- und Parlamentssitzungen waren notrechtlich untersagt. 

Auch am 1. Mai, dem «Tag der Arbeit», hielten sich (fast) alle an die Regelungen und verzichteten auf ihre traditionellen Aktivitäten. Nur einige uneinsichtige Chaoten kamen zusammen, um die traditionellen Beschädigungen an fremdem Eigentum vorzunehmen. Bei seiner Arbeit tut halt jeder das, was er kann. Die Geschäftsstelle des HEV Schweiz wurde mit einer Fassadenverschönerung «beschenkt» (siehe Foto oben). Dumm nur, dass der HEV nicht Liegenschaftseigentümer ist, sondern nur einer von mehreren Mietern in diesem Geschäftshaus. Aber eben: «Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts.» Hauptsache, man hat sich zulasten anderer verantwortungslos ausgetobt.

Markus Meier, Direktor HEV Schweiz